Mediennutzung und Erstkontakte bei der Studienwahl

Die Generation C wird mit ihren digitalen und webbasierten Ansprüchen, Bedürfnissen und Kenntnissen die bisherige Welt der Hochschulkommunikation im Allgemeinen und der interaktiven Kommunikation über mobile Hochschulwebseiten und Social Media im Besonderen deutlich verändern.

Mediennutzung und Erstkontakte bei der Studienwahl
Mediennutzung und Erstkontakte bei der Studienwahl

Von Generation XYZ zur Generation C

Das „C“ in „Generation C“ steht für „collaboration“ (Zusammenarbeit, Kooperation), „community“ und „computerisiert“ bis hin zu „content“. Im Grundprinzip steht die Generation C aber für „connectivity“ (Konnektivität, Vernetzung). Die Generation C lebt in den digitalen Medien. Fernsehen, Zeitungen und Radio spielen für sie nur eine untergeordnete bis gar keine Rolle. Die Generation C bewegt sich dabei „crossmedial“ zwischen Laptop, Tablet, Smartphone und Smartwatch hin und her. Sie ist in jeder wachen Minute mit dem Rest der Welt „connected“, häufig sogar auf mehreren Plattformen gleichzeitig. Im Gegensatz zur Generation XYZ ist die Generation C einzigartig und kann nicht durch das Alter, den Wohnort oder andere klassische soziodemografische Merkmale definiert werden. Somit verbindet die Generation C verschiedene Altersgenerationen, wie die Generation XYZ, Millenniums-  und Babyboomer und durchbricht erstmalig alle herkömmlichen demografischen Barrieren. Durch die neue Mobiltechnologie und das Hochgeschwindigkeits-Internet ist die Generation C auf der ganzen Welt erreichbar. Viel wichtiger als die Frage, welche Geräte die Generation C benutzt, ist jedoch der Punkt, wie zukünftig die Hochschulen die innovativen Mobil- und Webtechnologien in der Hochschulkommunikation einsetzen, um auf das veränderte Mediennutzungsverhalten der Generation C einzugehen.

Wissenschaftler, Studierende, Lehrende, Alumni und Studieninteressierte der Generation C treffen Freunde, Kollegen, Kommilitonen sowie andere Forschende virtuell auf XING, LinkedIn und Facebook. Sie twittern, empfehlen, sharen, liken und kommentieren Studiengänge, Stellenausschreibungen und Meldungen der Hochschulen. Forschungsbeiträge werden in Foren diskutiert und Studierende und Alumni bewerten die Hochschule auf Bewertungsportalen wie Studycheck, Google und Facebook. Die Generation C erstellt und abonniert Podcasts bei Spotify und RSS-Feeds in Blogs, teilen Forschungsergebnisse über Google Scholar, ResearchGate und Academia.edu und lassen sich von Personalern über ihre Profile in weltweiten Business-Netzwerken rekrutieren. Zu Hochschulveranstaltungen melden sie sich mobil über führende Online-Ticketing-Plattformen an, zahlen per Paypal und teilen erste Erfahrungen und Eindrücke der Universität täglich mit Hashtags via Twitter, Instagram, Snapchat und Whatsapp. Sie sind über Ihr Smartphone stets mobil, weitläufig vernetzt, sowie immer und überall erreichbar.

Während die vorigen Generationen XYZ noch eine klare Grenze zwischen Berufs-, Privat-, und Hochschuleben zogen, sind in der Generation C diese Welten nicht mehr auseinanderzuhalten. Das wissenschaftliche Karrierenetzwerk oder die Uni-Community vom privaten Netzwerk zu trennen, ist eher die Ausnahme der Generation C. Mit Push-Strategien, Einwegkommunikation und banalen Webanzeigen scheint es schier unmöglich die Aufmerksamkeit der Generation C zu bekommen. Und damit stellen beispielsweise Informationen wie „Rund ums Studium“ eigentlich seit jeher eine Bringschuld dar. Wer Mitglieder der Generation C erreichen will, muss Informationen und Botschaften dort platzieren, wo die Generation C lebt – und zwar zu deren Bedingungen.